Badischer Jakobsweg


 
 
Der Badische Jakobsweg von Schutterwald nach Breisach

Gesamtlänge 76 km

In Schutterwald, am Ende des Kinzigtals besteht nun eine direkte Abzweigung nach Süden.

Wir befinden uns meist auf gut gekennzeichneten Radwegen. Da die Markierungen mit den symbolisierten Jakobsmuscheln nicht ausufern, ist es immer eine alternative Hilfe zur Wegfindung.
Auf jeden Fall gilt folgendes: geradeaus weiter laufen, im Zweifelsfalle gen Süden!

Das wichstigste auf Jakobswegen ist die Begegnung - hoffentlich mit sich selbst aber auch mit freundlichen Menschen am Weg.
So wurde mir ein Ständchen von einem einsamen Angler im Jahre 2008 vorgetragen. Er war sehr beeindruckend!


Jakobuskirche in Schutterwald



Die St. Jakobus-Kirche wurde ab dem 7.September 1784 im Stil der Vorarlberger Bauschule erbaut, der damals modern und in der Ortenau vorherrschend war.

Im Innern der wird der architektonische Übergang vom Spätbarock bzw. Rokoko zum Klassizismus deutlich.
Für die Jakobspilgern kam sie zu spät.


Abbild aus der Jakobuskirche in Schutterwald






Aber so vieles vom Jakobuskult wird den Jakobspilgern zugeschlagen, auch wenn es zeitlich überhaupt nicht zusammen passt..

In Spanien traf ich einen deutschen Kunsthistoriker der die Situation auf den Jakobswegen in Spanien und Deutschland mit: "Avanti diletanti" charakterisierte.



Zum S'Maddehisli 



Eine Variante geht kurz nach dem Maddehisli in Richtung Niederschopfheim weiter um einen Abstecher zur Gutleutkirche zu machen. Da sie ist meist verschlossen ist, wird selten jemand die Wandmalereien zu Gesicht bekommen.



Ehemaliges Benediktinerkloster in Schuttern

Über die Gründung des Klosters Schuttern liegen keinerlei Quellennachrichten vor. Eine frühmittelalterliche Zelle, die nach einem nicht weiter zu identifizierenden Offo Offoniswilare oder Offoniscella benannt ist, dürfte auf die vom Elsass ausgehende Christianisierung des rechtsrheinischen Landes im Vorfeld des Bistums Straßburg, auf die Wirkung der iro-schottischen Mission und damit auf das 7., wenn nicht schon auf das 6. Jahrhundert zurückgehen (Wikipedia).


Die Jakobuskirche in Grafenhausen mit einer Jakobusstatue außerhalb. 




Die heutige Pfarrkirche wurde von 1787 bis 1789 erbaut. Anton Hirschbühl, Maurermeister aus Freiburg, wurde zum Baumeister der neuen Kirche ernannt. Er gehörte zu den großen Baumeistern der Vorarlberger Barockschule. Die heute noch erhaltenen Bilder an den Seitenaltären stammen vermutl. von Leopold Rauch aus Mengen in Oberschwaben. Das Altarbild am Hochaltar ist erst im Jahre 1854-56 entstanden.


In der Litzelbergkapelle (Sasbach) (oben): einst eine kleine Kapelle die 1667 durch einen Neubau ersetzen wurde. Integriert in den Neubau wurden auch Steine der zerstörten Ruine Limburg. Aber was ist das für ein Pilger, rechts auf dem Aufsatz? Er hat eine "Schippe", keinen Wanderstab, auch keine Pestwunde. Er deutet auf den Hund. 

Aber die Kunst in Burkheim hat mich beeindruckt. Bevor man die schöne Altstadt betritt, sieht man die die Reste einer Burg. Sie wurde erstmals im Jahre 1231 genannt und im Bauernkrieg von 1525 zerstört. Ab 1561 errichtete sie Lazarus von Schwendi, der damalige Pfandherr von Burgheim, neu, dann in den Wirren der Eroberungskriege Ludwigs XIV. wurde sie wieder zerstört.



St. Michael in Niederrotweil


Hier würde ich sehr unfreundlich angegangen, als ich einige Fotos der sehr schönen Wandmalereien und der Jakobusfigur machen wollte. Die Gesamtanlage der Kirche und die Kirchhofmauer macht den Eindruck einer Wehranlage. Die erste Erwähnung der Kirche stammt von 1175, was die Untersuchungen an der alten Bausubstanz von St. Michael bestätigen. Die Pfarrei Rotweil war bis 1680 dem Benediktinerkloster St. Blasien inkorporiert.


Der große Schnitzaltar vom Meister H. L. (Hans Loi) zeigt, sehr ausdrucksstark, die Marienkrönung mit St. Michael und Johannes dem Täufer. Im Unterbau des Altars sehen Sie Christus und die zwölf Apostel. Die großen Fresken entstanden im 14. Jahrhundert und zeigen Szenen aus der Heilsgeschichte.
Zwischen 1994 und 2000 wurde St. Michael gründlich restauriert.


Breisach nähert man sich auf einen Hochwasserwall, durchquert ein Tor und geht zur Altstadt hoch und betritt das St. Stephansmünster mit romanischen und gotischen Stilelementen vom Ende des 12. bis Ende des 15. Jh.
Der Hochaltar wurde in den Jahren 1523 bis 1526 vom Meister H. L. (Hans Loi) geschaffen, der auch den Altar in der Niederrotweiler Michaeliskirche schuf.



Zu den weiteren Schätzen des Münsters zählt ein silberner Reliquienschrein der beiden Stadtpatrone, 1496 vom Straßburger Goldschmied Peter Berlin aus Wimpfen vollendet. Der Schrein ist über und über mit Heiligenfiguren und Szenen aus Legenden verziert. Auf einer der Schmalseiten ist die Überführung der Gebeine der Stadtpatrone ins St. Stephansmünster zu sehen, zusammen mit einer Stadtansicht Breisachs von Westen her.








Die Wandmalereien über das Jüngste Gericht stammen von Martin Schongauer, der aus dem benachbarten Colmar stammt. Er arbeitete von 1488 bis 1491 an diesem Meisterwerk. Zwar hat die Zeit und Zerstörung und auch eine nicht sehr glückliche Restaurierung im Jahr 1931 viele Details verloren gehen lassen, doch ist der großartige Eindruck ungebrochen. Auf der Westwand ist Christus als Richter der Welt auf einem Regenbogen thronend dargestellt. An der Nordwand sehen wir die Darstellung der Hölle. Ein Flammenmeer mit grausigen Gestalten versinnbildlicht die Qualen der Verdammten. Heiter und gelassen dagegen ist die Stimmung des Einzugs der Seligen ins Paradies.



Dieses Motiv finden wir in steter Wiederholung auf dem Jakobsweg.

Der Jakobsweg setzt sich über die Rheinbrücke weiter nach Frankreich fort

Materialien:
Auszüge aus meiner Publikation:
Wolfgang W. Meyer: Jakobswege - Württemberg, Baden, Franken, Schweiz
Mit den neuen Wegen im Schwarzwald.. Mit einem Beitrag von Peter Kirchmann. 7., neu bearbeitete Ausgabe, ca. 335 Seiten, ca. 125 Abb. und Karten. 2009, Silberburg-Verlag, Tübingen. ISBN 3-874-078-337- Der Druck wurde eingestellt.

(wolfmeyer et gmail.com)




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