Portugiesischer Jakobsweg

Caminho portugues - Der Weg im Landesinneren

Der portugiesische Jakobsweg ab März 2009

Wiederholt: 2013-2015-2017-2018 und 4/2019!

Den Weg von Lissabon bin ich im August 2019 gegangen.

Teil 1 - Von Porto nach Valenca, Entfernung ca. 141 km
Wie man nach Porto kommt, fragt man am besten google-flights. Als Karte empfehle ich Locus Pro auf dem Smartphone. Da sind schon viele Jakobswege auf den Vektorkarten drauf. Diese Karten können vollständig herunter geladen werden. Dazu importiert man fehlende Strecken als gpx-files, die es im Internet gibt. Ich habe eine Datei hergestellt, mit fast allen Wegalternativen, Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants etc. Diese Datei importiert man mit Locus direkt. Hier mit dem Handy runterladen, der Rest geht fast automatisch. Falls Sie diese Datei mit dem PC runterladen, installieren Sie vorher das kostenlose Programm GPXSee.

Hier gibt es eine ab 2009 ergänzte Entfernungsliste plus Herbergen etc, für den Weg durch das Landesinnere. Es gibt inzwischen viel mehr Herbergen. Hier eine Kopie einer Karte, deren km-Angaben mit Vorsicht zu genießen sind.
Es gibt auch genügend Cafes und Restaurants auf dem Weg und Menschen, die einem helfen.
Hier eine Bilderschau von vier Minuten mit Madre Deus vertont:

Es war außergewöhnlich schön damals im März 2009, bis zu 27 Grad und nur einige Tropfen vor Santiago. Da die Winter am Meer windig, kalt und nass sind, sollte man erst ab Mai los ziehen. 2018 habe ich im März abgebrochen.

 


Der erste Teil geht von Porto bis nach Valenca, zur spanischen Grenze, der zweite Teil über Tui nach Santiago. Der dritte Teil über Muxia nach Finisterre.
Gekennzeichnet war der Weg im Landesinneren durch viele Straßen, die meistens gepflastert waren, was harte Sohlen erforderlich macht. Die Markierungen hervorragend; schlecht wurden sie erst in Spanien.
Die Menschen sind sehr freundlich und sprechen auch andere Sprachen. Die Preise waren meist halb so hoch wie in Spanien.

In Porto gibt es einige preisgünstige Übernachtungsmöglichkeiten, über die man vor Ort etwas erfahren kann.

Mit der U-Bahn ist man schon vom Flughafen gekommen und man nimmt sie wieder und fährt in Richtung Ismai, steigt aber nach Maia in Mandim (Plan) aus, geht zurück auf die große Straße und geht weiter bis zu einem Kreisverkehr, dort links und nach ca. 1 km ist man auf der Straße mit dem parallel verlaufendem Jakobsweg mit den gelben Pfeilen.

Es ist nicht zu empfehlen, den Weg von Porto direkt zu Fuß zu machen. Man könnte aber auch gleich beim Flughafen die Metro nach Povoa de Varzim und ein Taxi nach Rates nehmen.
In der Herberge von Povoa de Varzim bin ich im Januar 2015 von Bettwanzen verbissen worden.




Das Landesinnere im Detail:

In Rates gibt es eine große Pilgerherberge ohne Klobrillen auf den Klos..

Barcelos - auch hier ist ein Hühnerwunder geschehen, von dem aber nur ein Bildnis auf einer Säule zeugt. Gefeiert wird dieses Wunder, wie man rechts sieht, auch heute noch.
Donnerstag ist Markt!! Da gibt es alles, auch 5 Paar Wandersocken zu 6 €.



Dort gibt es neben drei Pilgerherbergen auch das "Haus der Bergfreunde" am Ortsanfang von Barcelinhos, sowie auch ein ein günstiges Hotel. Die Tourist-Info weiß Bescheid.


Unser Weg deckt sich immer wieder mit dem GR11 und dem mit einem blauen Pfeil in die andere Richtung gekennzeichneten Weg nach Fatima.



Auf halber Strecke gibts links an der Straße ein kleines Restaurant. Nach dem Besuch war ich im Eimer und musste zwei Pausentage einlegen und konnte den ersten Wein erst wieder in Santiago trinken (Januar 2015).

Kurz danach bietet Fernanda schon seit vielen Jahren Essen und Unterkunft an. Sehr empfehlenswert!


In Ponte de Lima hat es am Ortseingang rechts eine supermoderne Jugendherberge, wo die Fenster nicht zu öffnen sind. Trotzdem empfehlenswert.



Oben die alte Römerbrücke, auf der sich der Weg am nächsten Morgen fortsetzt.


Die Höhenunterschiede, die es zu bewältigen gibt, sind eigentlich kein Problem, vielleicht für Flachländer...
In Valenca an dem Fluß Minho, kurz vor der spanischen Grenze gibt es ein altes Fort, das touristisch nur von Spaniern frequentiert wird, die hier vorallem ihre Vorräte an Geschirrhandtüchern aufstocken.

Es gibt eine Herberge bei der freiwilligen Feuerwehr und die cafes solo werden ab hier teurer.

In einem Gespräch habe ich erfahren, daß es einen Weg nach Orense gibt, der ab hier auf der Trasse einer ehemaligen Bahnlinie beginnt. Auf Google.Earth ist es gut zu erkennen....



Oben: das alte Fort in Valenca und die Europabrücke nach Tui in Spanien.


Teil 2

Von Tui nach Santiago
Entfernung: 115 km
Entfernungsliste 



... aber erstmal noch einen "solo" trinken, in Spanien wird es teurer....



Es geht über die Eisenbahn- und Straßenbrücke (Europabrücke), rechts auf eigenem Durchgang über den Fluss Miño nach Tui. Und ich bin nun in Spanien, in der autonomen Region Galicia.

In Tui besuchen wir die Kathedrale und den Kreuzgang, in dem leider nicht für mich gedeckt war.
Die Herberge wurde von einer äußerst dominanten Spanierin geleitet.


9 km ist es auf den Wegen nach Orbenille gerade noch erträglich, aber bis Porrino geht es lange Zeit durch ein Industriegebiet. Wegen eines Fotos bin ich nach links vom Weg abgekommen und einfach weiter gegangen und bin versehentlich um diesen häßlichen Teil herumgangen.
Verlaufen und irre gehen ist kein Verlust, wenn man mit Verstand gesucht hat...


Hier hat es eher geteerte Straßen, so dass man hier auch mit dünneren Sohlen durchkommt.

Aber es hat immer wieder sehr schöne ruhige Wegestücke und genügend Einkehrmöglichkeiten. Angst vor Mangel braucht man wirklich nicht haben. Ein Liter Wasser genügt.

In Redondela (oben) kann man ans Meer laufen und den Atlantik atmen, wenn nicht gerade Ebbe ist.

In Pontevedra finden wir die Kathedrale "Virxe Peregrina" (jungfräuliche Pilgerin), die im Grundriss einer Jakobsmuschel gebaut wurde.
Es ist die einzigste Darstellung einer weiblichen Pilgerin, die ich bislang wahrgenommen habe.

Von der Herberge in die Stadt sind es ca. 1,5 km. Im Museum und noch weiteren Kirchen lohnt ein Besuch.
Wir haben in Briallos Station gemacht, am Rande des Dorfes steht eine tolle Herberge. Kochen lohnt sich hier! Eine Empfehlung: Kauft im Dorfladen keinen regionalen offenen Wein (2009). Er ist ungeniesbar.


Unten: In Caldas del Reis finden wir noch Thermalquellen. Man kann dort seine Füsse reinstellen. Ich habe es gemacht, aber der frühen Stunde wegen hat es meinen Kreislauf etwas durcheinander gebracht. Aber erst nach 10 km hat sich alles wieder geregelt.


Genau genommen war der morgendliche Aufbruch in die sonnendurchflutete Kühle eines Frühlingsmorgen ein unglaubliches Gefühl. Die Farben, gebrochen durch die Tautropfen auf dem frischen Grün, die murmelnden Bäche und die Geruch der Eukalyptusbäume mit ihren frischen Blüten kann ich jetzt noch spüren, wenn ich die Bilder anschaue.


In Padron soll der Legende nach das Boot mit den sterblichen Überresten des Jakobus festgemacht haben. Unten ist eine Kopie des Anlege-Steines. Das "Original" finden wir in der Kirche links unter dem Altar.


Eine steinerne Nachbildung des Karrens links unten, der den Transport weiter übernommen hat.




Janie hat ihre Motorradklamotten mit auf die Reise genommen, deshalb hatte sie einen so gewaltigen Rucksack. Aber sie war glücklich und hat das ständig getwittert!

Unten: Vier nichtrauchende sehr sympathischen Spanier aus Madrid. Sehr ungewöhnlich, da ich immer den Eindruck hatte, dass in Spanien alle rauchen.

Nur an diesem Tag war der Himmel nicht blau. Trotzdem ist es spannend auf einem neuen Weg nach Santiago zu laufen und zu schauen, von wo man die Kathedrale zum ersten Mal sieht.

Ein Festessen am Ende - krönender (Zwischen-) Abschluss einer wunderbaren Reise mit herrlichem Wetter bei Pia im Restaurant Rua nueva, das jetzt (3/2010) aber leider geschlossen ist.
Ich war mit einigen Reisegruppen zum Schluss und als kulinarischen Höhepunkt bei der lieben Schweizerin gewesen, aber sie war jetzt auch telefonisch nicht mehr erreichbar gewesen.


 

Oben der Schattenpilger hinter der Kathedrale. Nur nachts steht er da.


Teil 3
Zum Meer:


In vier Etappen geht es weiter über Negreira (22km), Olveira (33km), Muxia (29km) nach Finisterre (31km). In jedem Ort gibt es eine schöne Pilgerherberge. Wie ein Freund 2/2019 auf Gronze.com schreibt, sind es inzwischen schon 50 Herbergen auf dieser Strecke.

Insgesamt ein wunderbarer ruhiger Weg mit mehr Einsamkeit und Stille.
 

 

In Muxia soll der Legende nach die hl. Maria mit einem steinernen Schiff angelandet sein um Jakobus bei seiner Missionsarbeit zu unterstützen.
Einige der Felsenstücke werden als Teile des steinernen Bootes gedeutet.


Links: 9 mal hindurch kriechen und man ist sein Rückenleiden los!

Wenn man rechts, unter Gebeten den Kopf hinein hält, wird man von Krankheiten des Kopfes geheilt.


Der Weg von Muxia nach Finisterre

Ein wunderschöner Weg am Meer entlang, durch Wälder, durch kleine Ortschaften. In der Mitte, führt jetzt eine neue Brücke über den Fluss. Danach kann auch übernachtet werden.
Sehr einsam, der Trubel bleibt im Ort.
Der Strand auf der von Finstere abgewandten Seite.


Der letzte Kilometerstein am Cabo Fisterre, wo der Weg endgültig zu Ende ist.

Das triste aber irgendwie doch hoffnungsvolle Bild oben, habe ich nach einer nicht sehr erfreulichen Reise mit merkwürdigen Reiseteilnehmern (auch das kann passieren) im März 2010 gemacht.




Wolfgang W. Meyer M. A. (Regenpilger)



 

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